Pädagogische Arbeit

Wir als Erzieherinnen arbeiten nach dem Situationsansatz. Dieser verfolgt das Ziel, Kinder unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft darin zu unterstützen, ihre
Lebenswelt zu verstehen und selbstbestimmt, kompetent und verantwortungsvoll zu gestalten. Indem wir sie in den Planungsprozess von Projekten einbeziehen, werden ihre Selbständigkeit und ihr Selbstbewusstsein gestärkt.

Die Kinder lernen, ihre Meinung zu äußern, wir hören ihnen zu, sie hören zu und lernen so das Miteinander. Wir sehen uns als ihre Unterstützerinnen und Begleiterinnen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben. In unserer pädagogischen Arbeit setzen wir den Bildungsauftrag um. Durch intensive Beobachtung der Kinder und regelmäßigen Austausch im Team ergibt sich die Umsetzung der einzelnen Bereiche in den Praxisalltag.

Unsere Themen

Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil unseres Kitaalltags…

Ob im Freispiel, bei Fingerspielen im Morgenkreis, gezielten Bewegungsangeboten, wie dem wöchentlichen U3-Tanzen oder dem Schlittschuhlaufen für die Kids ab 4 Jahren, oder unseren vielfältigen Ausflügen – Bewegung findet überall dort statt, wo die Kinder spielen und leben.

…und alle machen mit

Bei uns haben auch die Erzieher*innen Freude an der Bewegung. Sie sind zur „Bewegungsförderung von Kindern im organisierten Sport“ qualifiziert und motivieren die Kinder nicht von der Seitenlinie, sondern durch gemeinsames Erleben von Bewegung. Deshalb sind wir besonders stolz auf die Zertifizierung des Landessportbundes im Februar 2024 zum anerkannten Bewegungskindergarten.

Mit der Eingewöhnung in die Kita beginnt für die Kinder ein neuer Abschnitt, eine Zeit des Entdeckens. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern und Team erleichtert dem Kind den Übergang von der Familie in den Kitaalltag. Dieser erfordert ein planvolles Vorgehen und viele Absprachen zwischen Eltern und Team. Um Kindern und Eltern ein positives Ankommen in unserer Kita zu ermöglichen, haben wir ein Eingewöhnungskonzept entwickelt.

Schritt für Schritt

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt mit der Kitazeit. Eltern und Kinder treffen auf Neues: neue Kinder, unterschiedliche Tagesabläufe und neue Räumlichkeiten. Die Erzieherinnen nehmen nun eine wichtige Rolle im Leben des Kindes ein. Damit diese aufregende und spannende Zeit gelingt, bekommen alle Eltern ein Eingewöhnungskonzept ausgehändigt. Die dreiwöchige Eingewöhnungszeit ist für alle Eltern bindend.

In der ersten Woche ist es für die Kinder wichtig, mit einer vertrauten Person erste Eindrücke des Kitaalltags zu sammeln. Mit dieser vertrauten Person (Mutter, Vater oder auch Oma) kann das Kind sicher und gestärkt die Kita entdecken. Die Eltern sind in der ersten Woche die Begleitpersonen und Ansprechpartner des Kindes. Das Team nimmt eine beobachtende Rolle ein.

In der zweiten Woche lernt das Kind, sich langsam allein in der Kita zu orientieren und sich für einen gewissen Zeitraum zu verabschieden. Die Verabschiedung als tägliches Ritual nimmt einen wichtigen Stellenwert für das Kind ein. Hier übernimmt jetzt auch das Team eine wichtige Rolle. Wir bieten bewusst keine Bezugserzieherin an, da unsere Erfahrung uns gezeigt hat, dass jedes Kind eigene Prioritäten setzt und „seine“ Erzieherin selbst bestimmt.

In der dritten Woche sollte das Kind so viel Vertrauen zu uns gefasst haben, dass es einen Teil des Tages mit uns verbringen möchte. Schritt für Schritt nähern wir uns der benötigten Betreuungszeit an. Das Kind lernt, den kompletten Kitaalltag zu bewältigen.

Die Eingewöhnung ist gelungen, weil

  • ich weiß, dass meine Mama und mein Papa mich nach der vereinbarten Zeit wieder abholen,
  • ich den Erzieherinnen vertraue und
  • ich Interesse an anderen Kindern habe.
Unsere Gruppenstruktur ist eine Altersmischung, d. h. wir leben in einer Gruppe mit Kindern von 4 Monaten bis 6 Jahren. Eine separate U-3-Gruppe gibt es nicht.

In den ersten Lebensjahren findet so viel intellektuelles Lernen statt wie in keiner anderen Lebensphase. Babys und Kleinkinder saugen zahllose Informationen in sich auf.

Sie kauen und schmecken, hören, brabbeln und bringen schließlich Wörter hervor. Sie tasten, greifen, sie krabbeln und lernen laufen. Während dieser körperlichen Entwicklung findet zugleich eine enorme emotionale und soziale Entwicklung statt. Das Kind lernt sich und seinen Körper kennen. Es versteht allmählich, dass es in einer Gemeinschaft mit anderen Menschen lebt. Auf diesem Weg möchten wir unsere Kinder begleiten.

Wir leben und lernen den größten Teil unserer Zeit gemeinsam. Um allen Kindern die Möglichkeit zu bieten, sich ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechend zu entwickeln, gibt es für die U-3-Kinder spezielle Angebote und Rückzugsmöglichkeiten. U-3-Kinder benötigen mehr Einzelbetreuung und Zuwendung als ältere Kinder.

In unserem Gruppenraum gibt es eine U-3-Ecke, die für die Kleinsten vorgesehen ist. In Ruhekörbchen können sie sich vom aufregenden Alltag ausruhen. Ein Kirschkernbad, Bilderbücher und Beschäftigungsmaterial sind auf die Bedürfnisse der Kleinen abgestimmt.

Wichtig bei der Arbeit mit U-3-Kindern ist uns, ihnen Möglichkeiten des Rückzugs zu bieten, sie aber gleichzeitig am Gesamtgeschehen in der Gruppe teilhaben zu lassen. So können Klein und Groß optimal voneinander profitieren.

Im Alltag eines Kindes sind Rituale und immer wiederkehrende Ereignisse eine wichtige Konstante. Sie erleichtern dem Kind das tägliche Leben und Miteinander. Zudem geben sie dem Kind Sicherheit und bereichern den Alltag. Kinder können sich an Ritualen orientieren und lernen so ihren Tagesablauf eigenständig zu strukturieren. Durch Rituale werden außerdem Freiräume für Aktivitäten geschaffen.

In unserem täglichen Leben mit den Kindern werden wir stets von Ritualen begleitet. So beginnt zum Beispiel schon die Ankunft in der Kita mit einem für die Kinder wichtig gewordenen Ritual. Es ist das nochmalige Verabschieden der Eltern am Fenster. Dabei ist es für die meisten Kinder wichtig, dass eine der Erzieherinnen sie begleitet.

Das täglich wiederkehrende Frühstück und Mittagessen, das Wickeln, Zähneputzen und zu Bett Bringen sind Stützen, an denen sich die Kinder orientieren können.

Unser Tagesablauf wird von Ritualen begleitet und strukturiert. Nach dem Ankommen und Winken haben die Kinder bis neun Uhr Zeit, den Freiraum nach ihrer Ankunft nach eigenem Interesse zu gestalten.

Ab neun Uhr starten wir mit dem gemeinsamen Frühstück in den Tag. Ihren eigenen Möglichkeiten entsprechend bereiten die Kinder ihr Frühstück vor, damit wir nach einem Tischspruch mit dem Essen beginnen können.

Um Freude an Verantwortung und Selbständigkeit zu entwickeln, räumt jedes Kind eigenständig sein Geschirr ab. Anschließend gehen die Kinder in den Gruppenraum, wo sie bis zum gemeinsamen Zähneputzen spielen können.

Nach dem Zähneputzen können die Kinder an geplanten Aktivitäten teilnehmen. So unternehmen wir zum Beispiel regelmäßig Spaziergänge zum nahegelegenen Spielplatz, bei dem wir die Natur und das Umfeld entdecken. Auch Bewegungs-, Spiel- oder kreative Gestaltungsangebote finden in dieser Zeit statt. Dabei haben die Kinder immer die Möglichkeit, sich ihre Freiräume selbst zu schaffen.

Um 12 Uhr essen wir gemeinsam zu Mittag. Anschließend haben die U-3-Kinder die Möglichkeit, bei einem Mittagsschlaf neue Kraft zu tanken. Auch für die anderen Kinder ist diese Zeit als Ruhephase vorgesehen, in der sie zum Beispiel Bücher lesen oder malen können.

Um 14.30 Uhr legen wir eine Zwischenmahlzeit ein.

Ab 14.30 Uhr beginnt für die Kinder die Abholphase, die um 16.30 Uhr endet. Während dieser Phase haben die Kinder erneut die Möglichkeit, sowohl an geplanten Aktivitäten teilzunehmen als auch sich bedürfnisorientiert frei zu bewegen. Besonders wichtig ist es, den Kindern den täglichen Gang in den Garten zu ermöglichen.

Zahnputzzeug
Zahnputzzeug
Zahnputzzeug

Im Spiel sind Kinder mit all ihren Fähigkeiten aktiv. Sie müssen sich konzentrieren. Sie handeln und beobachten die Wirkung ihres Handelns. Zusammenhänge werden entdeckt. Sie erleben das Miteinander mit Spielkameraden und sind emotional und sozial gefordert. Im Spiel ergeben sich Probleme, die kreative Lösungen verlangen. Das Spiel fördert die Selbständigkeit, die Bereitschaft, ein Wagnis einzugehen und sich neuen Erfahrungen zu stellen. Kinder nutzen beim Spielen all ihre Körpersinne. Sie suchen differenzierte Erfahrungsmöglichkeiten. Diese bilden die Grundlage für selbstgesteuerte Lern- und Bildungsprozesse.

Kinder lernen im Spiel, flexibel mit neuen Spielsituationen umzugehen. Sie lernen, Grenzen zu erkennen und ihre eigenen Stärken umzusetzen. Als Unterstützerinnen im Spielprozess geben wir den Kindern die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichen Materialien oder Spielsituationen auseinanderzusetzen. Im Spiel lernen die Kinder, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Spiel setzt Fantasie und Kreativität frei.

Das selbstbestimmte Spielen fördert alle Entwicklungsbereiche der Kinder. Beim Spielen machen Kinder Erfahrungen, die ihnen im Verlauf ihres gesamten Lebens nützlich sein werden.
Spielen ist Training fürs Leben!

Die wichtigste Form des Spiels ist das Freispiel. Die Kinder können selbst entscheiden, womit, mit wem und wie lange sie spielen möchten. Hierbei entwickeln Kinder eigene Entscheidungsfähigkeit und Verantwortung für ihr Handeln und setzen sich mit den Bedürfnissen der Spielpartner auseinander. Kinder lernen, sich zu organisieren.

Im Rollenspiel greifen Kinder alltägliche Situationen aus ihrem Leben auf (zum Beispiel Krankenhaus, Vater-Mutter-Kind, Trennung der Eltern, Geburt eines Geschwisterkindes etc.) und haben so die Möglichkeit, Erlebtes zu verarbeiten. So können die Kinder wertfrei und ohne Konsequenzen Lebenssituationen erproben und umsetzen.

Wir, das heißt, die Erzieherinnen, Eltern und Kinder, sind gern zusammen. So unternehmen wir einmal im Jahr gemeinsam ein Kita-Wochenende. Kinder ab drei Jahren und Erzieherinnen gehen mehrmals im Jahr gemeinsam ins Theater und besuchen einmal jährlich den Ketteler Hof. Darüber hinaus feiern wir folgende Feste:

  • Karneval: Nach einem vorab beschlossenen Thema haben die Kinder die Möglichkeit am Rosenmontag verkleidet in die Kita zu kommen. Bei einem leckeren Frühstück mit Berliner Ballen & Co. und anschließendem Schokokuss-Wettessen verleben wir einen schönen Tag!
  • Ostern: Vor den Osterfeiertagen verstecken wir liebevoll gestaltete Osternestchen mit kleinen Naschereien. Gemeinsam begeben wir uns auf die Suche.
  • Schlaffest: Einmal im Jahr übernachten wir mit den Kindern ab drei Jahren in der Kita.
  • Schulkinderausflug: Mit unseren Wackelzahnkindern verbringen wir eine Nacht in einer Jugendherberge, um dann am nächsten Tag einen aufregenden Ausflug zu einem Freizeitpark zu unternehmen.
  • Abschiedsfest: Zum Ende des Kitajahres findet ein Abschiedsfest der Wackelzahnkinder statt, welches durch deren Eltern organisiert wird.
  • Laternenfest: Unser Laternenfest findet traditionell mit einem kleinen Martinsumzug und anschließendem Grünkohlessen statt. An einem Elternabend einige Wochen zuvor basteln die Eltern die Laternen der Kinder.
  • Nikolaus: Am Nikolaustag veranstalten wir innerhalb des Kita-Alltags eine kleine Nikolausfeier. Der Nikolaus bringt für jedes Kind eine Kleinigkeit mit.
  • Weihnachten: Die Weihnachtszeit gestalten wir besinnlich und gemütlich. Jeden Tag öffnen wir den Adventskalender und naschen vom selbstgemachten Knusperhaus. Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien gibt es ein Weihnachtsessen und eine Bescherung mit Geschenken für die Kita.
  • Geburtstage: Die Geburtstage der Kinder feiern wir ausführlich bei einem Geburtstagsfrühstück. Mit einer Krone und einem persönlichen Geschenk ausgestattet, wird dieser Tag zum Erlebnis. Im anschließenden Stuhlkreis darf sich das Geburtstagskind die Spiele aussuchen.

Laut der Bildungsvereinbarung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Kinderbildungsgesetzes ist jede Einrichtung verpflichtet, über jedes einzelne Kind eine Bildungsdokumentation zu führen.

Diese dient als Grundlage der pädagogischen Arbeit. Um die Persönlichkeitsentwicklung bestmöglich zu fördern, wird das Kind – sein Verhalten, sein Spiel, seine Bewegung, seine Sprache – gezielt beobachtet. Diese Beobachtungen sind Grundlage für individuelle Förderschritte. In unserer Kita findet die Umsetzung über die Portfolio-Arbeit statt.

Was bedeutet der Begriff „Portfolio“?

Der Begriff Portfolio setzt sich aus den beiden Wörtern portare (tragen) und folium (Blatt) zusammen und steht im ursprünglichen Sinn für die Brieftasche, in welcher der Träger oder die Trägerin wichtige Briefe und Dokumente mit sich führt.

Für unsere pädagogischen Ziele bedeutet es eine mit den Kindern gemeinsam angelegte Mappe, in der sie ihre für wichtig erachteten Arbeiten (wie Bilder, Arbeitsblätter etc.) sammeln können. Über diese Mappe stellen wir die Gesamtentwicklung des Kindes dar. Lerngeschichten, entstanden aus den Beobachtungen der Erzieherinnen, ergänzen die Entwicklungsdokumentation.

Das Portfolio macht konsequent das Erreichte sichtbar, niemals die Defizite.

„Schulneulinge sind keine Neulinge des Lebens! Sie haben sechs Jahre geschaut, gehört … mit allen Sinnen die Welt wahrgenommen.“
Armin Krenz und Roswitha Raue

Wackelzahnkinder sind in unserer Einrichtung die Kinder, die im nächsten Jahr in die Schule kommen. Vorschulerziehung findet in der gesamten Kitazeit statt, dem Alter, den Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand des Kindes angepasst.

Dennoch ist das letzte Kitajahr für unsere Großen etwas Besonderes. Körperliche und emotionale Reife sind ein wichtiges Rüstzeug für den Schulbesuch.

Unser Jahr mit den Wackelzahnkindern gestalten wir individuell, nicht jedes Jahr verläuft gleich, denn es gibt keine „gleichen“ Kinder.

Ab September findet einmal wöchentlich mit den Wackelzahnkindern ein besonderer Vormittag statt. Wir klettern, wandern, machen eine Fahrradtour, gehen Schlittschuh laufen. Die Mutprobe auf den sieben Bergen ist der Höhepunkt. Dort beweisen unsere Wackelzähne Mut, Kraft und Durchhaltevermögen.

Museums- und Theaterbesuche schließen sich an. In den Wintermonaten finden unsere Aktionen vermehrt in der Kita statt. Da sind bei unseren Experimenten kleine Forscher am Werk. So findet lustbetontes, eigenmotiviertes Lernen statt.

Den Abschluss unseres Wackelzahnjahres bildet unsere Theatervorführung. Mit den Kindern entwickeln wir ein Theaterstück. Die Kinder sind an der Planung, der Vorbereitung und Durchführung aktiv beteiligt. Wir nähen Kostüme und entwerfen und entwickeln ein Bühnenbild. Programmhefte müssen geschrieben oder gemalt, Einladungen verschickt und Eintrittskarten gebastelt werden. Zur Premiere gibt es ein großes Publikum mit anschließendem Empfang.

Einen Großteil ihres Portfolios gestalten die Kinder in ihrem letzten Kitajahr eigenständig und selbstbestimmt. Den Höhepunkt bildet jedes Jahr die Wackelzahnabschlussfahrt. Mit allen Teammitgliedern geht es traditionell in eine Jugendherberge. Dort erleben wir einen Grillabend und eine aufregende Nacht, Gruselgeschichten eingeschlossen.

Schwerpunk Bewegung